Hartz IV: Professor fordert Ermordung Abhängiger!
Also ... ich mag solche Schlagzeilen nicht. Vor allem, weil sie ja so nicht stimmen. Meistens stimmen sie nicht. Jedenfalls nicht so. Auf jeden Fall kann man sich ganz sicher sein: Soooooo war es nie gemeint.
Worum es geht? Mein Auto ist kaputt. Erst fiel das Öl-Warnlicht aus ... irgendwann ... dann verspritzte deutlich später die Ölpumpe alles Öl lustig in der Gegend herum (und ich dachte noch, es wäre Rudis Wagen, der da leckt) ... na, und den Rest kann man sich denken. Ohne Öl gabs Reibung.
Das führte nun dazu, das ich wieder mal einen Blick auf eine Bildzeitung werfen mußte. Schon war er da, der Professor:
Das liefert Zündstoff für eine neue Debatte: Professor Dr. Dr. Gunnar Heinsohn fordert, Hartz IV soll nur noch maximal 5 Jahre ausgezahlt werden!
Den Mann kennen wir schon. Er ist schon mal unangenehm aufgefallen:
http://eifelphilosoph.blog.de/2010/02/10/gunnar-heinsohn-angst-akademiker-7983120/
Nachdem er Zeit seines Lebens dem Steuerzahler auf der Tasche gelegen hat, macht er sich jetzt ernste Gedanken über seine Bezüge im Rentenalter und möchte schon mal mit ein paar Vorschlägen dazu beisteuern, das die auf jedenfall weiter bezahlt werden können. Dabei müßte ihm klar sein, das er schnellstmöglichst abtreten sollte, wenn erstmal die ersten Sozialfaschisten auf die Idee kommen, das man mit Rentner doch genauso verfahren kann wie mit Hartz-IV-Abhängigen.
Also ... nicht ermorden, sondern einfach erstmal das Ersparte aufbrauchen. Rente gibt´s dann nur noch für die, die wirklich welche brauchen. Rente IV nennt sich das dann.
Jetzt unterscheidet sich natürlich die Schlagzeile der Bildzeitung von meiner. Gunnar sagt ja nicht: "bringt die um" sondern nur "in fünf Jahren sollen die kein Geld mehr zum Essen kaufen bekomen".
Das ist ja für manche was ganz anderes...nur für mich nicht. Wenn
ich im Mittelalter jemanden ins Loch schmeißen ließ und ihn dort einfach
vergaß, so sprach das Volk auch von Ermordung. Denen waren die
Feinheiten des Adels beim Erledigen ihrer ureigenen Geschäfte herzlich
egal: der Bruder/Schwager/Onkel/Konkurrent war totgemacht worden und
Feierabend mit der Diskussion. Wie das das totmachen im Detail sich
vollzog ... das war eine Gesprächsgrundlage für Kirchenjuristen, die die
Jahre im Höllenfeuer ausrechnen wollten, die diese besondere Art der
Hinrichtung (Hungertod) nach sich zog.
Dem kleinen Mann von der Straße war das egal. Mörder bleibt Mörder.
Darum schreibe ich auch lieber: der Professor will alle umbringen ... sprich: ermorden. Denn das passiert mit den Leuten, die seit fünf Jahren arbeitslos sind und im Rollstuhl sitzend auf die klägliche Rente warten müssen, aber im Prinzip noch vom medizinischen Dienst der Krankenkassen für arbeitstauglich geschrieben sind ... zumindestens für leichte Bürotätigkeit... wenn man ihnen das Essen wegnimmt und sie auf die Straße setzt. Und "leichte Bürotätigkeit" kann jeder, der noch atmet (es sei denn, er ist Beamter)... und das ist inzwischen das einzige Kriterium für Arbeitsfähigkeit. Wer atmet kann auch schuften. Der Rest ist mitlerweile egal. Doch das weiß der Professor in seinem elfenbeinernen Türmchen nicht, weil er noch die kostbare staatliche Vollkaskorundumluxusversorgung in Anspruch nimmt. So etwas entmenschlicht halt mit der Zeit den Geist.
Wer anderen Leuten in fünf Jahren Essen und Obdach fortnehmen will, der will ihren Tod. Nicht mehr und nicht weniger. Absichtlich und gezielt. Von der Meinung lasse ich mich auch nicht von der prosecoschlürfenden Journallie abbringen! Der Professor fordert indirekt Völkermord an Armen, Behinderten und Kindern ... und wer das nicht glaubt, sollte mal die Betroffenen fragen, wie seine Forderungen auf sie wirken...
In dem Sinne ... wäre es gleiches Recht für alle, wenn nun Hartz-IV-Abhängige die Ermordung des Professors fordern. Die könnten ja zusammenlegen und die russische Mafia beauftragen, den Fall im Interesse des Sozialbudgets und zur Förderung des besseren Umgangs unter den Bürgern zu übernehmen. Es wäre eine Riesensauerei, einen solchen gesellschaftlichen Umgang miteinander zu fördern und zu fordern. Mord bleibt Mord, auch wenn der Gerechte Zorn zum Himmel schwillt. Doch der Professor ... ist nicht besser. Nur seine Methoden sind andere.
Vielleicht sollten wir aber auch erstmal zivilere Forderungen aufstellen: Pensionen von Professoren werden nur fünf Jahre lang ausbezahlt...und vorher auf Hartz IV-Niveau gesenkt. Immerhin hat der Staat Not, das müssen Staatsdiener an erster Stelle mal zur Hilfe eilen. Bleiben wir bei den zivileren Forderungen, denn im Gegensatz zum feinen Professor ... sind wir menschlich geblieben, achten die sozialen Grundwerte der Verfassung und rufen nicht nach einer anderen Republik.
Aber wenn jetzt einer doch daran denken sollte, den Professor in eine Republik zu befördern, die ihm besser gefällt als die hier, dann möchte ich gleich jetzt und hier den KONGO vorschlagen. Da soll es ganz besonders schön sein. Die zahlen überhaupt kein Hartz IV. Da fühlt er sich sicher sofort wie zuhause.
Das einzige, was dem dem Professor zugute halten kann ist: die Zeitung hat ihn vielleicht nicht richtig verstanden. So blöd kann nämlich eigentlich keiner sein.
