18.10.2009

Kündigung wegen angeblichen Diebstahls von sechs Maultaschen, die im Abfall gelandet wären. Richter im Urteilswahn. Wenn's um Bagatellen geht, dann  rauscht es im Blätterwald. Das Absurde: Massenmedien verteidigen den Richterspruch.

Wo kämen wir hin, wenn jeder Maultaschen klaut, die ansonsten im Abfall gelandet wären? Deutschland sucht das Superthema.

Während das Volk trickreich mit Billionen zur Kasse gebeten wird - ausgehend vom größten vorstellbaren Betrug der Menschheitsgeschichte durch die USA, kennt der Stammtisch derzeit nur ein Thema: Die Masse debattiert Maultaschen. War es wirklich Diebstahl?

Eine herrliche Geschichte. In ihrem Unvermögen, das wahre Ausmaß der Geldsystemkrise zu erfassen, haben die Medien endlich ein Thema, dass jeder anfassen kann. Kündigung wegen Maultaschenklau. Zu Recht? Rausschmiss wegen 1,3 Euro-Pfandbon. Richtig? Wo kämen wir dahin, wenn das jeder machen würde...hier ganzer Beitrag zum weiterlesen Klick

 

Und dazu habe ich auf der Seite Quergedacht! v 2.0 folgenden schönen Beitrag gefunden, Rechtsprechung?

 

Ein zwangsläufig hungriger Hartz-IV-Abhängiger in Thüringen stiehlt ein Brötchen für 85 Cent und wandert deswegen sechs Monate in Haft ( http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e198dc1432601.php ). Vor einiger Zeit galt es noch als "Mundraub", wenn man in einem Supermarkt Lebensmittel entwendet und sogleich aufgebraucht hat. Nach § 370 Abs. 1 Nr. 5 StGB wurde Mundraub bis 1975 mit einer Geldstrafe zu maximal fünfhundert Deutsche Mark oder mit Freiheitsstrafe bis maximal sechs Wochen bestraft. Diese Zeiten sind dank wachsender Armut vorbei.

Zwei Bäcker testen einen neuen Brotaufstrich und werden wegen Diebstahls von Firmeneigentum belangt. Der langjährigen Mitarbeiterin einer Einzelhandelskette wurde gekündigt, weil sie eine Weintraube aus der Dekoration gegessen hatte ( http://www.n24.de/news/newsitem_4895719.html ). Eine Obstverkäuferin nahm einen halbvergammelten Kiwi mit und flog raus. Bei einer anderen Verkäuferin war ein Stück Bienenstich der Grund - und so weiter, endlos. Wer sich zwecks privater Nutzung einen Kinofilm aus dem Internet runterlädt, der muss mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug rechnen und Schadensersatz an die Filmindustrie berappen. Kleinigkeiten, Peanuts - Sachen, die nicht mal ein Loch in der Portokasse des betroffenen Unternehmens verursacht hätten.


Die andere Seite: Ein gewisser Peter Hartz, maßgeblich mitwirkend bei der VW-Korruptionsaffäre im Juli 2005, bei der es lt. Medienberichten um die Veruntreuung von mindestens zwei Millionen Euro ging, erhielt eine Geldstrafe und Bewährung. Würde man gleiches Strafmaß wie bei dem Hartz-IV-Abhängigen in Thüringen zugrunde legen, dann hätte hochgerechnet dieser Herr Peter Hartz knapp drei Millionen Jahre kriegen müssen - und zwar ohne Bewährung. In der Siemens-"Amigo"-Affäre ging es mindestens um veruntreute 14 Millionen Euro. Der frühere Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer wurde zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt ( http://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/news/642098/Ex-Vorstand-zu-Bewaehrungsstrafe-verurteilt.html ). Ein Herr Klaus Zumwinkel schleuste einen siebenstelligen Eurobetrag an der Steuer vorbei und bekam dafür zwei Jahre auf Bewährung. Kinderpornografie wird mit zwei Jahren Knast geahndet; Schadensersatz für die betroffenen Kinder ist nicht vorgesehen - welch ein Unterschied zur Filmindustrie.

Bei den mittelalterlichen, absolutistischen Herrschern wurde das, was vom Tisch der Reichen übrig blieb, an die Armen verteilt. Das war vielleicht unsozial, aber in gewisser Weise noch menschlich. Heute wird es mit Existenzvernichtung bestraft, wenn eine bedürftige Person sich die Reste einverleibt. Das ist nicht nur im höchsten Maße unsozial, das ist schlichtweg auch noch unmenschlich! Und es geht vor Gericht. Und die Gerichte sprechen inhumane Urteile "im Namen des Volkes". Gegen die "kleinen Leute". Alle sind vor dem Gesetz gleich - nur sind wohl einige auch etwas gleicher, vor allem dann, wenn sie kein Geld haben. Was hat das noch mit einem Rechtsstaat zu tun?

Meiner Meinung nach ähnelt das eher mafiösen Strukturen. Es fällt mir mittlerweile wirklich schwer, einen Unterschied zwischen Rechtsstaat und organisiertem Verbrechen zu erkennen. Doch, halt: Einen Unterschied gibt es wirklich. Die Nadelstreifenträger, die noch nicht erwischt worden sind, sind in die Gesetzgebung involviert. Wen verwundert es dann noch, wenn die Partei der Nichtwähler hier inzwischen die größte Partei ist? Ich für meinen Teil betrachte die Besteuerung der "kleinen Leute" und die Sanktionierung Hartz-IV-Abhängiger mittlerweile genauso wie eine Schutzgelderpressung!


Quelle
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